Wer war Else Funke, deren Name die vom DBS gegründete Stiftung trägt?
Else Funke, geboren am 27.10.1923, war -und blieb bis zu ihrem Tode am 22.04.1990 - mit dem ganzen Einsatz ihrer Persönlichkeit Sozialarbeiterin.
Ihre Ausbildung begann sie 1943 bei der Provinzialschule in Dortmund, die sie aber wegen ihrer Einstellung gegen das Nazi-Regime nach einem Jahr verlassen musste. Sie arbeitete dann als Hilfsfürsorgerin bei der Familienfürsorge in Dortmund und konnte ihre Ausbildung nach Kriegsende an der Evangelischen Sozialschule in Gelsenkirchen fortsetzen.
Nach dem 1946 bestandenen Examen arbeitete sie als Flüchtlingsfürsorgerin beim Evangelischen Hilfswerk/Kirchenkreis Lüdenscheid im Volmetal. Beratend und in erstaunlicher Weise praktisch zugreifend verhalf sie den Flüchtlingen und Vertriebenen zum Einleben in ihre neue Heimat und den Einheimischen zum Verständnis für die Situation der anderen.
Es schloss sich ein Jahr Tätigkeit beim Jugendamt Hagen an , bevor sie 1954 als Dozentin an die Evangelische Sozialschule in Gelsenkirchen berufen wurde, wo sie später auf dem Wege der Leistungsbeförderung Studienrätin/Oberstudienrätin und in der nach Bochum verlegten Schule - dann Fachhochschule- Professorin wurde. Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Entwicklung der Methoden der Sozialarbeit in Lehre und Praxis in Deutschland. Sie war ein aktives Mitglied der Lehrfallkommission der Konferenz der deutschen Schulen für Sozialarbeit .
1968 wurde Else Funke als Nachfolgerin von Gertrud Herzog in Hamburg von der Mitgliederversammlung des Verbandes zur 1. Vorsitzenden des Deutschen Berufsverbands für Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagogen/innen (DBS) gewählt, ein Amt, das sie bis zu ihrem Tod inne hatte. Ihre ehren- amtliche Mitarbeit in der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) kam auch den Mitgliedern des DBS zugute, da sie durch diese Tätigkeit in sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Fragen sehr versiert war. Als Else Funke den Vorsitz des DBS übernahm, war der Verband in einer sehr kritischen finanziellen Situation. Es gelang ihr, den Verband nicht nur aus den roten Zahlen herauszuführen, sondern auch in den 22 Jahren ihrer Vorstandstätigkeit ein erhebliches Verbandsvermögen anzusparen.
Und das wurde die Grundlage der EIse-Funke-Stiftung.
Auf Antrag der Landesgruppe Schleswig-Holstein beschloss die Mitgliederversammlung des DBS am 19.11.1994, aus dem Verbandsvermögen eine Million DM in einer Stiftung anzulegen, die der Förderung von Projekten in der sozialen Arbeit, der beruflichen Fort- und Weiterbildung sowie der Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich der Sozialarbeit/Sozialädagogik dienen soll. Darüber hinaus soll die Vergabe von Stipendien für Fort- und Weiterbildung ermöglicht werden . Nun begann der lange Weg des Genehmigungsverfahrens durch die Behörden, vorangetrieben durch die Liquidatoren/innen des Verbandes:
- Hille Gosejacob- Rolf
- Martin Kalkoffen
- Lore Meyer- Will Inge Töbel-Häusing
- Wilhelm Twellmann
Nachdem alle Hürden genommen waren, erteilte die Bezirksregierung Düsseldorf am 11.11.1996 die Genehmigung der Else-Funke-Stiftung als selbständige Stiftung im Sinne des Stiftungsgesetzes von Nordrhein-Westfalen.
Zum ersten Stiftungsvorstand wurden durch die Mitgliederversammlung am 19.11.1994 bestimmt:
- Hilka Harms
- Inge Töbel-Häusing
- Sigrid Willemsen
Ebenso das Kuratorium. dem angehörten:
- Thomas Arndt
- Klaus- Peter Glimm
- Hille Gosejacob- Rolf
- Elisabeth Seehusen
- Frank Siegmund
- Uwe Ziebarth
Entsprechend der Satzung wählte das Kuratorium in seiner konstituieren- den Sitzung am 25.01.1997 in Frankfurt seinen Vorsitzenden (Thomas Arndt) , dessen Stellvertreter (Frank Siegmund) , den Rechnungsprüfer (Klaus-Peter Glimm) und dessen Stellvertreter (Uwe Ziebarth) .Bei der gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Kuratorium am 25.01.1997 wurden die Geschäftsordnung von Vorstand und Kuratorium und Richtlinien für die Vergabe von Stiftungsmitteln sowie die Jahresplanung für 1997 beschlossen.
Somit besteht die Stiftung und kann zur Weiterentwicklung von Sozialarbeit/Sozialpädagogik in Lehre und Praxis beitragen und Einzelnen, die bedürftig sind, durch Stipendien weiterhelfen .
Wenn die Stiftung so ihren Zweck erfüllt, ist das ganz im Sinne der Sozialarbeiterin Else Funke, deren Namen sie trägt.
Prof. Dr. Sigrid Willemsen
